Wissenswertes über Dekubitus

Krankheitsbild und Ursachen

Das Krankheitsbild Dekubitus – auch Druckgeschwür genannt – tritt vor allen Dingen bei bettlägerigen Patienten auf, die ihre Position im Pflegebett kaum oder gar nicht aus eigener Kraft verändern können. Unter Dekubitus versteht man die Schädigung von Hautstellen und des angrenzenden Gewebes. Bei der Entwicklung einer solchen Schädigung können unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Oftmals führt eine Druckbelastung, die längere Zeit auf die Haut einwirkt, zu Dekubitus. Die Haut- und Gewebeveränderung ist mit bloßem Auge erkennbar und tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf.

 

Schweregrad

Merkmale

Stadium I

Im Anfangsstadium kann man eine Rötung, die auch nach Entlastung nicht mehr verschwindet, und gegebenenfalls eine Erwärmung der Haut beobachten. Die Haut ist aber noch intakt.

Stadium II

In diesem Stadium sind die oberflächlichen Schichten der Haut bereits geschädigt. Man sieht eine Blase, eine Hautabschürfung oder eine oberflächliche Wunde.

Stadium III

Jetzt sind bereits alle Hautschichten und große Teile des unter der Haut liegenden Bindegewebes zerstört. Man sieht eine tiefe Wunde. Muskel- und Knochengewebe sind aber noch intakt.

Stadium IV

Die Wunde ist in diesem Stadium schon so tief, dass Muskelgewebe oder sogar Knochen freiliegen.

Quelle: http://www.patientenleitlinien.de/Dekubitus/dekubitus.html

 

Behandlungsmethoden und Prävention

Dekubitus ist ein sehr pflegeaufwändiges Krankheitsbild, das einer konsequenten Therapie bedarf, um die weitere Ausbreitung des Druckgeschwürs zu verhindern. Vorrangiges Ziel ist dabei, für eine Druckentlastung der Körperpartien zu sorgen, mit denen ein betroffener Patient aufliegt. Dabei gilt es sicher zu stellen, dass die Regionen, die bereits vom Dekubitus betroffen sind, möglichst gar keinerBelastung ausgesetzt werden. Ergänzend empfiehlt sich die aktive Mobilisierung der betroffenen Patienten, soweit ihr gesundheitlicher Zustand dies zulässt. In der Praxis finden sich zwei konventionelle Therapieformen zur Behandlung und Prävention von Dekubitus: regelmäßiges Umlagern durch eine Pflegekraft und der Einsatz sogenannter Wechseldruckmatratzen.
Durch die Veränderung der Lage von Patienten mit Dekubitus soll eine Druckentlastung für die aufliegenden Körperstellen erzielt werden. Bei dieser Therapieform sollte der Wechsel der Liegepositionen in einem mindestens zweistündigen Rhythmus erfolgen. Das Pflegepersonal untersucht den Patienten und wählt unter Berücksichtigung der patientenspezifischen Situation eine neue Liegeposition, in die der Patient umgelagert werden kann. Die Verantwortung für die Wahl der neuen Liegeposition und die korrekte Umsetzung liegt bei der Pflegekraft. Die auszuführenden Arbeiten stellen für pflegende Angehörige oder ambulantes Pflegepersonal eine große körperliche Anstrengung dar. Für diese Pflegetätigkeit ist mindestens eine Person, in manchen Fällen sogar eine zweite Person nötig. Um eine gleichmäßige Druckverteilung zu erreichen oder bestimmte Stellen gezielt zu entlasten, werden aktuell auch unterschiedliche Lagerungshilfen eingesetzt.

Der Einsatz sogenannter Wechseldruckmatratzen stellt eine weitere Behandlungsform dar. Diese besondere Matratzenform weist eine bestimmte Anzahl von Luftkammern in Querrichtung auf. Nach einem festen Schema werden einige dieser Kammern mit Luft gefüllt und als konkrete Liegefläche wirksam. Zugleich sind andere Kammern der Matratze entleert, fallen in sich zusammen und werden somit nicht für die oberhalb dieser Kammern befindlichen Körperstellen des Patienten als Liegefläche wirksam. Entsprechend sind diese Körperstellen von der Druckbelastung befreit. Nach einem vorgegebenen Zeitintervall füllen sich die leeren Luftkammern der Wechseldruckmatratzen, während andere sich entleeren. Durch den permanenten Wechsel der Aufliegeflächen wird eine gleichmäßige Druckbelastung für den Körperdes Patienten erzielt. Dieser Vorgang erfolgt automatisch und erfordert keine kontinuierliche Anwesenheit oder regelmäßigenEinsatz einer Pflegekraft.

Neueste Entwicklungen setzen auf den Einsatz von Schaumstoffmatratzen. Auch elektronische Sensorik zur Erfassung physiologischer Parameter wie Hautdurchblutung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit und zur Erfassung des aktuellen Druckprofils findet Anwendung. Mit diesen Systemen werden jedoch keine automatischen Positionswechsel realisiert. D.h. die Sensoren erfassen Messwerte, die von Experten interpretiert werden müssen, um daraufhin über die weitere Behandlung des Patienten zu entscheiden.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.

 

   

Kennzahlen  

http://www.bmbf.de

logo vdi projekttraeger2

 

Laufzeit:

01.09.2013

bis

31.08.2016

Verbundnummer:

V4PFL037

 

   

INSYDE in Film  


Alexander Dürsch,
Geschäftsführer von
Ergo-Tec MEDICAL,
informiert auf dem
Health IT Forum der
MEDICA 2015 über das
Forschungsprojekt INSYDE:
Link zu YouTube